Wie man eine eigene Farce kreiert

Es ist ungefähr zweitausend Jahre her, dass unsere Pfade sich mit denen eines Zimmermanns kreuzten. Er war sehr talentiert mit seinem Handwerk und begann anderen seine Kunst beizubringen wie schön das Leben sein kann, wenn man nur ein Gefühl für das Material entwickelt, mit dem man arbeitet. Nach einer Weile hatte er seine eigene Gruppe von Lehrlingen, denen er seine einzigartigen Techniken beibrachte, um schneller und vor allem leichter neuen Wohnraum und selbst Möbel aus dem Holz und dem Stein in der Region zu bauen, welcher nicht leicht zu bearbeiten war. Doch entwickelte er eine Technik, mit der er jedes Material, das er fand, sehr einfach wunschgemäß bearbeiten konnte, sodass wahre Kunstwerke entstanden. Seine Lehrlinge begannen sich nur noch um ihn herum zu bewegen und sie würden sogar zusammenleben als eine frohsinnige Gruppe junger Zimmermänner. Sie verbrachten gerne ihre Abende mit einem leckeren gemeinsamen Mahl und natürlich wurden sie bald von Damen umgarnt, die die Künstler kennenlernen wollten, die ihr kleines Dorf in einen außergewöhnlichen Ort verwandelten, von dem man vorher nur träumen konnte. Selbstverständlich dauerte es auch nicht lang bis der Zimmermannmeister sich in den blauen Augen einer wunderschönen Dame verlor. Sie hatte das federleichte hellblonde Haar eines Engels. Es war eine meiner Schwestern: Neph.

Der Zimmermann verbrachte dann mehr Zeit mit meiner Schwester und er verliebte sich schwer in sie. So nahm er auch weniger an den Abendmahlen teil, die er normalerweise mit seinen Lehrlingen zelebrierte und wenn, dann nur in Gesellschaft von ihr. Das gefiel nicht allen elf Lehrlingen, einer würde gar eifersüchtig. Es war einer der stillen Sorte, der nicht ganz so viel Glück in der Damenwelt zu dem Zeitpunkt hatte. Diese stillen Wasser sind jene, vor denen man sich acht nehmen muss, ganz wie in jenem fall. Er erzählte heimlich einer anderen Gruppe Handwerkern, sein Meister würde die Arbeit, die er tat, gar nicht selbst verrichten und könne das nur mithilfe von verwunschenen Werkzeugen, die ihm eine Zauberin gab, an der er seine Seele verloren habe und in deren Bann er gezogen sei. Das entfachte mehr Eifersucht, da er eine unheilige und und vor allem unehrliche Arbeit verrichtete, selbst wenn er seine Arbeit nur mit den speziellen Werkzeugen verrichten könne, sollte jeder diese Werkzeuge haben, um mehr schöne Häuser bauen zu können. Die anderen Zimmermänner wollten schliesslich genauso schöne Häuser bauen wie der Zimmermann dort, doch für die Reichen, um mehr zu verdienen. Doch war das nicht der einzige Grund für die künstliche Eifersucht. Meine Schwester besuchte den Meister manchmal bei seiner Arbeit auf einer Baustelle, die sich für gewöhnlich in einer ärmeren Gegenden befand, da er den Armen lediglich gegen etwas Brot ein schöneres Heim bauen wollte. Als sie verletzte Menschen dort sah, konnte sie nicht anders als ihnen zu helfen. Das betraf vorwiegend arme Menschen, die schwere Verletzungen hatten. Reiche Menschen konnten sich Heiler leisten. Sie bereitete einen Tee zu, in den sie einen Tropfen ihres eigenen Blutes gleiten liess, da sie wusste, unser Vampyrblut könnte auch einen Menschen heilen. Sie liess den Tee dann von ihrem Zimmermann servieren, da sie nicht als Heilerin für die armen Menschen in Verbindung gebracht werde wollte.

In der Eifersucht erfanden die anderen Handwerker einen Grund den Zimmermannmeister los zu werden. Arme Menschen sollten nicht in besseren Häusern als die Reichen wohnen und dann auch noch von ihm von schweren Verletzungen geheilt werden, da die Armen ohnehin nur Platz wegnahmen und sich nutzlos an Vorräten zu schaffen machten. Eines morgens kamen sie und zogen den Zimmermannmeister von seiner Baustelle weg. Sie zwangen ihn dann sich selbst ein grosses Holzkreuz zu bauen, welches er dann an einen Weg zu einem Hügel tragen sollte, wo bereits andere festgenagelt an riesigen Kreuzen vor sich hin litten, bis sie in der heissen Sonne dahin siechten. Als man an seinem Platz ankam, wurde das Kreuz auf den Boden gelegt und er an Händen, Füssen und seiner Brust daran festgenagelt. Dann wurde es aufgestellt und er wurde ausblutend zurück gelassen, damit andere sich an seinem Leiden ergötzen konnten. Nach einer Weilte machte sich Bewusstlosigkeit in ihm breit, genau dann, als Neph kam, um ihn von seinem Kreuz zu befreien und in eine abgelegene Höhle zu bringen. Jeder dachte, er sei tot. Doch war er das nicht. Er war lediglich bewusstlos. Nach drei Tagen erwachte er und seine Wunden waren mit nur einem Tropfen Blut meiner Schwester geheilt. Seine Lehrlinge waren froh, dass er doch noch am Leben war, doch sorgte man sich um seine Anwesenheit. Man beschloss, es sei besser, wenn er sein Leben woanders weiterführen würde. Der geheilte Zimmermannmeister bereitete sich auf eine lange Reise vor, von der er selbst noch nicht wusste, wo diese ihn hin bringen würde. Er war sehr vorsichtig von keinem gesehen zu werden, bis er sich auf seinen Weg macht, der ihn schliesslich zu ein paar Mönchen am Himalaya führte, wo er bis zum Ende seines Lebens nahe dem Himmel bleiben würde.

Ich weiss nicht, wer eine andere Geschichte aus den Geschehnissen gemacht hat. Der Name des Zimmermannmeisters war Jesus. Er war ein einfacher Mensch, der nur sein Leben führte, nichts anderes. Alle anderen Geschichten um ihn wurden von der Person erfunden, die ihre oder seine eigene Geschichte davon niederschrieb und es Bibel nannte, die ursprünglich nichts anderes als eine aufgebauschte Lebensgeschichte eines einfachen Zimmermanns war. Jemand anders machte die Bibel zum Handwerksbuch einer Religion, wofür Kirchen gebaut wurden im Glauben Jesus sei Gottes Sohn gewesen, zu dem man betet, sodass das eigene Leben besser würde. Manchmal frage ich mich, dass wenn in ein- oder zweitausend Jahren andere weiter evolutionierte Menschen die Bücher von Harry Potter finden, ob die Menschen überzeugt sein würden, es sei ein religiöser Glaube, für den man Schlösser als Kirchen bauen würde, um zu Harry und seinen Eltern zu beten. Sicherlich ist es gut für Euch Menschen an etwas größeres zu glauben, sodass man sich selbst eigener Fehler nicht schuldig fühlen muss und jemanden anders verantwortlich machen kann für das, was um einen herum geschieht. Merkt Ihr jedoch, dass Ihr selbst daraus eine Farce gemacht habt, bei der Ihr fröhlich mitmacht?

– Layla.

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