Du hast nach uns gesucht (Teil 6)

Ich drehte mich um zu Amy und schaute ihr tief in die Augen. “Wir zwei hübschen werden uns jetzt erst einmal schön für einen fantastischen Abend zurecht machen. Wir laden dich zum Abendessen und dann gehen wir einfach tanzen, wo immer du magst. Du bist nicht allein. Du hast draussen nichts zu befürchten,” hypnotisierte ich sich sie in einem ruhigen Tonfall.

Amy blinzelte langsam. “Ich werde ausgehen und mit euch zu Abend essen. Dann gehen wir tanzen. Ich werde draussen nichts fürchten.”

“Das ist mein Mädchen. Gut, lass uns einen Blick in deinen Kleiderschrank werfen. Ich hab ein paar Bilder hier von dir im Wohnzimmer gesehen. Du bist Model, nicht wahr?” frug ich sie neugierig.

“Eigentlich ja, ich hab aber ne Weile nicht mehr gemodelt, wegen…” murmelte Amy. Sie sehnte sich offensichtlich nach jenen Zeiten als ihre Augen in weiter zurückliegende aufregende Zeiten abdrifteten, die sie als Model genoss.

“Du musst sicherlich grossartige Kleider in deinem Schrank versteckt haben. Ich bin mir sicher, wir finden etwas passendes für heute Abend. Ich zaubere dir dein Make-Up und Haar,” schlug ich enthusiastisch vor, um sie weiter zu motivieren.

Amy war sofort begeistert und zeigte mir ihren Schrank im Schlafzimmer. Während wir zwei Damen im Schrank herum wurstelten, um ein paar Outfits auszuwählen, begann Horatio sich zu langweilen und bestand darauf ihm jegliche Kombination zu zeigen.

Einigen stimmte er nicht ganz zu. Entweder war er der Auffassung es sei zu steril und zurückhaltend, zeige zu viel und letztlich verlor er sich selbst im Kleiderschrank, zog einige Teile und Accessoires heraus, als wären sie ihm direkt in die Hand gefallen, um ein perfektes Gothic Outfit zusammenzustellen, was nicht zu aufdringlich oder überladen war, sodass Amy einfach jeden Empfang eines Restaurants passieren würde und doch für jegliche weitere Nachtaktivitäten passend gekleidet war.

“Du hast sehr viel Zeug in deinem Schrank, doch gleicht er auch einer kleinen Schatztruhe,” erwähnte Horatio schmunzelnd.

Horatio warf sich einen Mantel über, den er scheinbar aus dem Nichts plötzlich in seiner Hand hielt und hakte uns Damen auf beiden Seiten ein. Auf und davon waren wir auf dem Weg zu einem Japaner, wo wir uns mit zahlreichen Sushivariationen verwöhnten.

Anschliessend suchten wir uns einen Gothic Nachtclub. Es dauerte gar nicht lange, da nahm Amy bereits die Tanzfläche komplette für sich ein. Kaum konnte man übersehen, dass Amy sich schon lange nicht mehr dermassen amüsiert hatte. Ein Lied nach dem tanzte sich abwechselnd mit Horatio und mir bis zu einem Augenblick, in dem keiner wusste, was passiert war. Es mag eine Zeile eines bestimmten Liedes gewesen sein, ein entferntes Geräusch, der Hauch eines Duftes oder gar ein schemenhaftes Gesicht, das sie sah.

Amy erstarrte mitten auf der Tanzfläche zu einer Salzsäule und stolperte panisch nach Luft schnappend rückwärts.

Ehe Horatio und ich nur erahnen konnten, was geschah, war Amy wie vom Erdboden verschwunden. Wir suchten sofort jede Ecke des Nachtclubs, doch war sie einfach weg. Wir eilten schnell hinaus und trennten unsere Wege in entgegengesetzte Richtungen, wo auch immer sie hin entschwunden war.

– Fortsetzung folgt mit Teil 7. Anfang verpasst? Gleich Teile 1, 234 und 5 nachlesen!

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Die Vampyr Memoiren - Bohemien Rhapsodies
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