Du hast nach uns gesucht (Teil 2)

Die junge Frau in der Tür erstarrte zu einer Salzsäule und wusste sofort, wer wir waren. Sie konnte kaum ihren eigenen Augen glauben.

“Dürfen wir eintreten?” frug ich höflich.

“Oh, hm, ja bitte, kommt herein. Dies musste ja eines Tages so kommen. Entschuldigen Sie bitte mein heutiges Erscheinungsbild, ich habe keine Besucher erwartet,” murmelte die junge Frau. Man musste sie nicht näher kennenlernen, um zu erkennen, dass sie ein kleines Häufchen Elend war.

Sie führte uns in ihr Wohnzimmer und es ihre kreative Ordnung war ihr sofort unangenehm, doch war sie einfach so. Ihre Wohnung war ein Paradebeispiel für die Behausung einer kreativen Person, die ihre eigene Art und Weise hatte Ordnung zu halten, was auf die meisten anderen mehr wie ein pures Chaos aussah. Doch auch wenn es ein wenig chaotisch war, wusste sie stets, wo sie was aufbewahrte, es sei denn, sie spielte mal wieder Osterhase mit sich selbst und vergass wo sie etwas hingelegt hatte, was sie nur eine halbe Stunde zuvor in ihren Händen hielt.

“Bitte, setzt Euch. Macht es Euch bequem, wo ihr wollt,” bot die junge Dame an. “Kann ich Euch irgendetwas anbieten?” frug sie gastfreundlich, um ihre eigene Nervosität zu überspielen.

“Danke für das Angebot,” entgegnete ich ihr lächelnd. Mein Begleiter Horatio war einer der eher stillen Sorte.

“Ich schätze, ich bin mit meinen Nachforschungen sehr weit gekommen. Andernfalls verstehe ich nicht, warum Ihr mich aufgesucht habt,” versuchte die junge Dame ein Gespräch anzufangen.

“Ja, du bist recht nah gekommen. Ein wenig zu nah für unseren Geschmack,” gab ich zu.

Meine Augen wanderten durch ihr Wohnzimmer, um mit einem kurzen Blick zu erhaschen, was sie noch in ihren Händen hielt, ausser dem, was uns bereits bekannt war.

“Darf ich fragen, warum du besonders Vampiren so sehr nachgeforscht hast? Ich meine, du hast so ziemlich jedes Buch, jeden Film oder jede Serie und gar jede verfügbare Dokumentation gesehen,” warf ich ein.

Die junge Dame räusperte sich. “Nun, ich liebe es gewissen Dingen auf den Grund zu gehen. Ich bevorzuge es dabei Dingen nachzugehen, denen viele andere nicht nachgehen. Die einen erforschen Stammzellen und Krebs, während meine Interessen eher in den Bereichen des unerklärlichen oder gar übernatürlichen liegen,” gab die junge Frau zu.

“Und was planst du mit deinem gesammelten Wissen anzustellen? Versteh mich nicht falsch, doch ist das meiste niedergeschriebene in Büchern oder gar gezeigtem in Filmen und dergleichen alles andere als wahrhaftig. In sehr seltenen Fällen stimmen sogenannte Beobachtungen tatsächlich mit der Wahrheit überein, doch wenn, dann kratzt das gerade mal an der Oberfläche. Das hast du vermutlich bereits herausgefunden, oder? Also frage ich noch einmal, was du mit den gesammelten Informationen vorhast,” hinterfrug ich weiter.

Die junge Dame zuckte mit ihren Schultern. Sie setzte sich auf ihr Sofa nieder, trank einen Schluck Tee und begann unsicher vor sich hin zu starren. Doch auch wenn sie keine spontanen Gäste mochte, blieb sie ungewöhnlich ruhig. Aus einem unerklärlichen Grund hatte Sie keine Angst vor uns Fremden, die gerade in ihre Wohnung eingetreten waren und ihre Nachforschungen in Frage stellten.

“Vermutlich wollte ich nur herausfinden, was ich gerade bestätigt bekommen habe. Euch gibt es wirklich,” stellte die junge Dame dar.

– Fortsetzung folgt in Teil drei. Ersten Teil verpasst? Lest ihn direkt hier nach!

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Die Vampyr Memoiren - Bohemian Rhapsodies
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